Nosoden

Der Einsatz von Nosoden ist ein wichtiger Baustein in der antihomotoxischen Therapie. Durch erneute Präsentation des ursprünglichen „Feindbildes“ kann offenbar die Abwehr neu angeregt werden, um das Krankheitsgeschehen nach erfolgreicher Akutbehandlung endgültig zur Ausheilung zu bringen.
Nosoden

Historisches

Der Begriff Nosode stammt aus dem Griechischen und bedeutet „das Krankhafte“. Ein Krankheitserreger, ein Gift oder erkranktes Gewebe wird zum Heilmittel, indem es einem Verfeinerungsprozess unterzogen wird. Durch das homöopathische Potenzierungsverfahren erfährt der pathogene Ausgangsstoff die notwendige Veränderung, um aus einem Gift ein Heilmittel entstehen zu lassen.

Im Arndt-Schulz-Gesetz wurde diese Ambivalenz einer Substanz in Form des Gesetzes der Umkehrwirkung naturwissenschaftlich bestätigt. Arndt und Schulz formulierten folgende Gesetzmäßigkeit:

  • schwache Reize fachen die Lebenstätigkeit an,
  • mittelstarke Reize fördern sie,
  • starke Reize hemmen sie und
  • stärkste Reize heben sie auf.

Während in England, Frankreich und den Vereinigten Staaten Nosoden seit dem 19. Jahrhundert einen hohen Stellenwert in der homöopathischen Therapie haben, sind Nosoden in Deutschland erst seit 1964 in den Arzneimittellehren zu finden.

Was versteht man unter Nosoden?

Nosoden sind krankheitsauslösende Agenzien, deren Virulenz oder Toxizität durch die homöopathische Zubereitung ausgelöscht wurde, deren Information aber die immunologischen Erkennungsmechanismen erreicht und eine entsprechende heilungsfördernde Stimulation möglich macht.

In der antihomotoxischen Therapie werden Nosoden zum Abschluss der Behandlung eingesetzt, um die Krankheitsinformation auszuleiten.

Unterschieden werden Auto-Nosoden, die aus dem Organismus der Kranken gewonnen werden (z.B. Blut, Stuhl, Urin, Sekrete oder erkranktes Gewebe), von Hetero-Nosoden, die nicht aus dem eigenen Organismus stammen.

Hetero-Nosoden im Heel-Sortiment

  • Virale Nosoden, z.B. Herpes simplex-Nosode-Injeel, Coxsackie-Virus-A9-Nosode-Injeel
  • Bakterielle Nosoden, z.B. Bacterium coli-Nosode-Injeel
  • Impfstoffnosoden, z.B. Grippe-Nosode-Injeel
  • Gewebenosoden, z.B. Tonsillitis-Nosode-Injeel
  • Sekretnosoden, z.B. Sinusitis-Nosode-Injeel
  • Auch homöopathisierte Allopathika, wie z.B. Cortison-Injeel, werden zu den Nosoden gerechnet, da sie häufig als Ursachen für iatrogene Therapieschäden gesehen werden.

Nosoden in der antihomotoxischen Therapie

Durch Nosoden werden spezifische Abwehrvorgänge gegen die Krankheitsauslöser neu aktiviert. Die klinische Bestätigung für diesen immunmodulativen Effekt findet man im Rückgang aktuell forcierter Antikörperbildung als Ausdruck der nicht abgeschlossenen Toxinausschüttung der Krankheitserreger.

Nosoden sind im weitesten Sinne Heilmittel des Terrains. Sie sind daher in chronisch exsudativen oder degenerativen Phasen indiziert und zusätzlich bei Therapieschäden einsetzbar. Es kommt im Laufe der Nosodentherapie zu einer positiven Vikariation mit Entgiftung und Ausscheidung der Homotoxine. Der gleichzeitige Einsatz von Lymphomyosot und leber- bzw. nierenunterstützenden Präparaten gewährleistet eine möglichst vollständige Ausleitung. Wie alle Einzelmittel werden die Nosoden bei Heel als Potenzenakkord angeboten. Das heißt, dass eine tiefe Potenz die körperliche Symptomatik, eine mittlere Potenz die funktionelle Ebene und eine hohe Potenz die konstitutionelle Ebene einer Erkrankung erfasst. Die Wirkung ist besonders tiefgreifend und durch den Potenzenakkord gut verträglich.

Nosoden sind speziell dafür geeignet, induzierte Schäden zu reparieren, also die Wirkung einer Induktion, die krankheitsauslösend war, aufzuarbeiten. Sie können nicht im Sinne einer Impfung eingesetzt werden, da der Organismus in einem solchen Fall keine krankmachende Induktion erfahren hat.

Dosierung und Anwendung von Nosoden

Die Dosierung erfolgt individuell und hängt vom Befund, dem Befinden und der individuellen Reaktionsbereitschaft ab. Im Allgemeinen gibt man 1- bis maximal 3-mal wöchentlich je 1 Ampulle des entsprechenden Nosodenpräparates. Die Verträglichkeit kann zunächst mit einer einmaligen Gabe getestet werden. Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung. Nach akuten Erkrankungen ist eine kurze Therapiedauer von 2–4 Wochen, in chronischen Fällen, je nach Reaktionslage, eine Therapiedauer von bis zu 6 Monaten möglich und sinnvoll.

Quelle

  • Dagmar Lanninger-Bolling, Homotoxikologie – Grundlagen für die therapeutische Praxis, Aurelia Verlag.
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